Drei Bronzene bei den U21 ÖM

Rif im Bezirk Hallein, Salzburg - Austragungsort für die Österreichischen U21 Meisterschaften im Tischtennis. Im Universitäts- und Landessportzentrum Salzburg unweit der Salzach und in unmittelbarer Gehweite zur deutschen Grenze fand heuer der Wettkampf um die nationalen Titel in der U21 Altersklasse statt. Wien war wieder mit einigen Talenten sowohl in den Mannschafts- als auch in den Individualbewerben vertreten. Einen Lichtblick, für die eher bescheidene Medaillenbilanz bei den diesjährigen nationalen Nachwuchswettkämpfen, gab es bei den weiblichen Spielerinnen. Gleich dreimal Bronze konnten die Wienerinnen wieder mit nachhause bringen.

Ohne große Erwartungen

Ohne große Erwartungen ging man bei den U21 Bewerben für die männlichen Teilnehmer an den Start - konnte man doch als einzige Mannschaft keinen Spieler aus der Bundesliga in den Wettkampf schicken. Oliver Kolbert, von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf, war der einzige "echte" U21 Spieler in der Mannschaft. Nach einer herausragenden Wiener Liga Saison, in der er am Ende auf dem zweiten Einzelranglistenplatz landete, war er nominell der stärkste Spieler der Mannschaft in den Teambewerben. An seiner Seite startete sein Vereinskollege Tobias Koszik sowie Lukas Gruber, von der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig. Beide Spieler waren noch vor wenigen Wochen für Wien bereits in der U18 im Kader. 

Im ersten Spiel der Vorrundengruppen am Freitag ging es gegen die Nachwuchsspieler aus der Steiermark. Es kam zum Rematch der ÖM U18 zwischen Gruber und Grünsteidl. Diesmal hatte Lukas mit 2:3 das Nachsehen. Ab dann hielt sich das Wiener Team aber schadlos und gewann mit 3:1. Die zweite Begegnung wurde gegen die als Nummer Eins gesetzten Mannschaft aus Oberösterreich relativ klar mit 0:3 verloren. Somit spielte man wie in der U18 um die Plätze 4-6.

Noch am Freitag ging es spätabends gegen Tirol. Die Partie entwickelte sich zu einem Krimi der erst kurz nach 21:30 zu Ende ging. Adrian Dillon, als Tirols Einser, hatte im ersten Spiel gegen Gruber schwer zu kämpfen. Der Wiener konnte den Tiroler zwar voll fordern, musste aber knapp mit 2:3 eine Niederlage einstecken. Kolbert und das Doppel Gruber/Koszik brachten Wien mit 2:1 in Front. Danach war die Luft leider draußen. Zwei 1:3-Niederlagen besiegelten das 2:3.

Gleich Samstagfrüh hatte man das letzte Platzierungsspiel gegen Burgenland. Koszik und Kolbert konnten überraschend klar ihre ersten Einzel gewinnen und die Wiener Mannschaft mit 2:0 in Führung bringen. Allerdings stand man auch diesmal in der Folge auf verlorenem Posten, Burgenland drehte die Partie mit drei klaren Siegen. Somit landete das Wiener Burschenteam am Ende auf dem sechsten Rang.

Erneut knapp an der Medaille vorbei

Viel Erfahrung brachte die diesjährige Wiener Auswahl bei den U21 Damen mit. Sophie Schuster vom Lehrersportverein und Daniela Magerle vom SV Polizei starteten in der Wiener U21 Mannschaft in die Bundesländerbewerbe. Ergänzt wurde die Zwei von der U18 Spielerin Milena Erak von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf.

In den Vorrundengruppen landete Wien zusammen mit der Steiermark, Salzburg und Niederösterreich. Gleich in der ersten Runde ging es gegen die Steiermark. Mit souveränen 3:0 Siegen im Einzel und einem 3:1 Doppelerfolg legten Magerle und Schuster gut in das Turnier los.

Auch gegen Salzburg gelang ein Traumstart. Diesmal begann Sophie Schuster gegen Natasa Djordjevic. Blitzschnell war der erste Satz auf 11:4 gewonnen und auch der zweite Satz war eine klare Angelegenheit. Erst der dritte Satz war ausgeglichen, mit dem besseren Ende für Sophie Schuster gewann sie 3:0 in Sätzen.
Gleichzeitig spielte Daniela Magerle gegen Selina Leitner. Der ersten Satz wurde hauchdünn im Nachspiel mit 15:13 gewonnen und auch der zweiten Satz ging nur knapp an die Wienerin. Doch Salzburger Nachwuchshoffnung gab nicht auf und gewann die nächsten beide Sätze zum Satzausgleich. Im fünften Satz mobilisierte Daniela Magerle nach einem 0:3 Punkterückstand und einem Timeout alle ihre Kräfte und gewann sensationell noch mit 11:6. Der Zwischenstand vor dem Doppel betrug 2:0 für Wien.
Im Doppel Schuster/Magerle – Leitner/Djordjevic  zeigten die beiden Wienerinnen ihre Kämpferqualitäten. Nach drei sehr knappen Sätzen gewann das Wiener Doppel, sicherte den 3:0 Gesamtsieg und damit auch den Einzug in das Halbfinale.

Im letzten Spiel der Vorrunde ging es gegen Niederösterreich um die Plätze 1-2 in der Vorrundengruppe und damit den vermeintlich leichteren Gegner in der K.O.-Phase. Daniela Magerle begann gegen Sofia Lu Chen und legte gleich stark mit einem 3:1 Erfolg los. Zur selben Zeit präsentierte sich Sophie Schuster gegen Molei Fang von ihrer besten Seite und gewann ebenfalls deutlich mit 3:0.
Im Doppel hatten Magerle und Schuster bereits die kleine Sensation am Schläger. Schnell führten die beiden 2:0 in Sätzen, doch plötzlich brachen die beiden Wienerinnen ein und verloren ihren Rhythmus. Nach drei deutlich verlorenen Sätzen ging das Doppel doch noch an die Niederösterreicherinnen.
Verunsichert und von der Rolle klappte dann auch im Einzel nichts mehr für die beiden Talente aus Wien. Relativ klar verlor man die entscheidenden Einzelpartien und musste sich am Ende doch noch mit 2:3 geschlagen geben.

Einen denkbar schlechten Start erwischten Sophie Schuster und Daniela Magerle dannam Samstag im Halbfinale gegen Oberösterreich. Beide Auftakteinzel musste man im entscheidenden fünften Satz an die Oberösterreicherinnen abgeben. Im Doppel schien dann die Luft draußen zu sein. Überraschend deutlich verloren die Wienerinnen mit 0:3 gegen Oberösterreich.

Im entscheidenden Spiel um den dritten Platz ging es gegen die Auswahl aus Tirol. Das Spiel Daniela Magerle gegen Teresa Oppelz wurde hauchdünn im Entscheidungssatz mit 11:13 verloren. Sophie Schuster hingegen hatte keine Probleme gegen Elena Genser und gewann klar mit 3:0. Im Doppel lief erneut gar nichts - mit 0:3 ging es an die Tirolerinnen. Bei 1:2 Gesamtstand musste Sophie Schuster gegen Theresa Oppelz an die Platte. Nach vier Sätzen waren die Medaillenhoffnungen der Wienerinnen dahin und man musste sich nach einer 1:3 Niederlage mit dem vierten Platz begnügen.

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Bei den Burschen auch im Einzel nichts zu holen

Auch im Einzel gingen die Wiener nur als Außenseiter in die Bewerbe. Zwar schafften es die drei besten Spieler - Oliver Kolbert, Lukas Gruber und Tobias Koszik, die auch für die Mannschaft zuvor aufschlugen - alle samt in die K.O. Runde, dort konnte sich aber nur Oliver Kolbert unter die letzten 16 kämpfen. Im Achtelfinale stand ihm mit Christian Friedrich eine unüberwindbare Hürde im Weg. Gegen den Salzburger, der später den zweiten Platz belegte, musste sich Oliver klar mit 0:4 geschlagen geben.

Auch im Doppel verlief es nicht besser. Zwar konnten Stefan Lucanin und Stefan Zaric, beide von der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig, mit ihrem Einzug in das Achtelfinale überraschen, dort war dann aber auch für sie Schluss.

Edelmetall für die Wienerinnen

Berechtigte Medaillenhoffnungen hatten die Wienerinnen in den Einzel und Doppelbewerben. Schrammten die Wiener Nachwuchsspielerinnen mit der Mannschaft noch knapp am Edelmetall vorbei gab es in den Individualbewerben gleich dreimal Bronze.

Einen hervorragenden Lauf im Einzel erwischte Sophie Schuster. Ohne Makel platzierte sie sich als Gruppenerste in ihrer Vorrundengruppe. In der ersten K.O. Runde traf sie auf die Salzburgerin Natasa Djordjevic. Während die Wienerin im Mannschaftsbewerb noch ganz klar mit 3:0 gewann, musste sie diesmal über die volle Distanz. Immer wieder führte Sophie schon in Sätzen, zwischenzeitlich sogar mit 3:1, doch die Salzburgerin zeigte sich verbissen und ließ nicht locker und konnte einen Entscheidungssatz erzwingen. Im siebten Satz behielt dann junge Wienerin besser die Nerven und gewann mit 11:8.
Im Viertelfinale kam es erneut zu einer Wiederauflage aus dem Mannschaftsbewerb. Sophie Schuster musste gegen die auf Nummer Zwei gesetzte Tirolerin Teresa Oppelz in die Spielbox - wieder in einem entscheidenden Spiel um die Medaille. Die Chance zur Revanche wusste die Wienerin auch prompt zu nutzen. Voll fokussiert zog sie nach drei schnellen Sätzen mit 3:0 davon. Nach einer kurzen Schwächephase im vierten Satz und dem 3:1, legte sie im fünften Satz nochmal einen drauf und gewann mit 4:1. Damit war die Medaille sicher.
Im Halbfinale wartete wieder eine Salzburgerin auf Sophie Schuster. Doch diesmal hatte die Wienerin das Nachsehen. Nach einem hauchdünnen ersten Satz, der mit 13:15 verloren ging, schien die Konzentration wegzubrechen. Am Ende verlor Schuster gegen Selina Leitner mit 1:4.

Gleich zweimal Bronze gab es im Doppel. Während Sophie Schuster und Daniela Magerle als seit Jahren bewährtes und eingespieltes reines Wiener Doppel an den Start gingen, schlug Milena Erak wie bereits in der U18 an der Seite von Sofia Lu Chen auf. Beide Doppel spielten sich mit guter Leistung bis in das Halbfinale. Dort war dann aber für beide Paarungen Endstation. Damit belegten alle Wienerinnen, die im Doppel an den Start gingen, gemeinsam den dritten Platz.


Text: Abschnitte von Martin Schuster und Brigitte Gropper. Überarbeitet und Ergänzt durch Lukas Komary.
Fotos: Fritz Dauchner

 

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