Wiener Meisterschaften AK 2018

Am diesjährigen Nationalfeiertag, Freitag der 26. Oktober, feierten die Wiener Tischtennisspieler ihr eigenes Fest. Bei den Wiener Meisterschaften 2018, die sich über das ganze verlängerte Wochenende erstreckten, machten am Freitag in der Postsporthalle Wien die prestigeträchtigen Bewerbe der allgemeinen Klasse den Anfang. In den Bewerben Herren- und Dameneinzel, Herren- und Damendoppel sowie im Mixeddoppel gingen 76 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 15 verschiedenen Vereinen an den Start. Zusätzlich zu den Hauptbewerben wurden noch die Nebenbewerbe bis 1500 RC und 1100 RC ausgespielt.

Große Überraschung bei den Herren

Die große Überraschung bei den Herren gelang Oliver Kolbert von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf. Mit soliden Leistungen in der laufenden Wiener Liga Saison und bei der 1. Nachwuchssuperliga im September lieferte der junge Langenzersdorfer zwar schon bisher eine Talentprobe ab, der große Wurf gelang ihm aber an diesem verlängerten Wochenende bei den Wiener Meisterschaften im Herren Einzel.

Nur im Feld der erweiterten Spitzenspieler gelistet, musste Oliver Kolbert das komplette 32er K.O.-Raster durchlaufen. Während sich der U21 Spieler in den ersten beiden Runden klar mit 3:0 durchsetzte, wartete im Viertelfinale der auf Nummer Eins gesetzte und amtierende Wiener Meister Martin Schuster, ebenfalls von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf. Mit druckvollen Vorhandangriffsbällen konnte Kolbert seinen Gegenüber immer wieder in die Halbdistanz drängen und das Spiel mit guten Platzierungen kontrollieren. Doch Martin Schuster ließ nicht locker, kämpfte sich nach 0:1 und 1:2 immer wieder zum Satzausgleich heran. Unbeeindruckt vom knappen Spielstand blieb Kolbert aber auch im fünften Satz ruhig und gewann das Spiel schlussendlich mit 3:2 in Sätzen.

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Im Halbfinale wartete auf den Langenzersdorfer dann Albert Wilder von der Union Korneuburg. In der Wiener Liga waren die Zwei in den letzten beiden Jahren bereits dreimal aufeinandergetroffen. Mit einer 2:1 Bilanz für Albert Wilder schien die Ausgangslage ein ausgeglichenes Spiel mit leichtem Vorteil für Wilder zu versprechen. Aber Oliver Kolbert unterstrich seine absolute Bestform an diesem Tag. Mit einem klaren 3:1 Erfolg sicherte er sich seinen Platz im Finale.

Nicht weniger überraschend verlief die andere Hälfte des K.O.-Rasters. Der unerwartete Finalgegner für Oliver Kolbert war Rainer Hirk von den Naturfreunden Stadlau. Der Defensivkünstler mit einem spinnigen und sicheren Vorhandangriffsball musste ebenfalls das komplette K.O. Raster durchlaufen. In der ersten Runde stand er schon mit dem Rücken zur Wand. Mit 0:2 gegen Johannes Schwaiger vom TTC Olympic war er schon kurz vor dem Ausscheiden, fand dann aber seinen Rythmus, reduzierte seine Eigenfehler und drehte das Spiel noch zu seinen Gunsten. Im Achtelfinale konnte er sich dann zwar klar durchsetzen, doch bereits im Viertelfinale wartete mit Daniel Dittrich von der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig die Nummer Zwei des Turniers. Beide kennen sich seit Jahren aus der Wiener Liga und auch aus Duellen aus der Jugend. Dittrich ist seit mehreren Saisonen immer unter den Topspielern in der Wiener Liga zu finden, beendete die Saison zuletzt sogar als Einzelranglistenerster.
In einem packenden Spiel über die volle Distanz von fünf Sätzen schenkten sich die beiden nichts. Doch Hirk behielt diesmal mit sicheren Verteidigungsbällen in der Rückhand und dem Wechsel in das aktive Spiel mit der Vorhand die Oberhand.

Im Halbfinale traf der Spieler von Stadlau auf Matthias Kral von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf, wo dieser an der Seite von Martin Schuster in der 2. Bundesliga aufschlägt. Nach einem schnellen, deutlichen ersten Satz für Matthias Kral, fand Hirk Rainer das passende Rezept und holte sich die nächsten drei Sätze relativ klar. Mit dem 3:1 Erfolg im Halbfinale stand er damit als Finalgegner von Oliver Kolbert fest.

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Im Überraschungsfinale zwischen Oliver Kolbert und Rainer Hirk merkte man beiden Spielern den langen Turniertag an. Die vielen Sätze und knappen Spiele sorgten für müde Beine, beide waren nicht mehr so spritzig wie zu Turnierbeginn. Trotzdem oder gerade deswegen verlief das Spiel spannend und abwechslungsreich.
Mit kontrolliertem Spiel und guter Platzierung holte sich Oliver Kolbert zu Beginn gleich die ersten beide Sätze. Doch dann schien das junge Talent der Spielgemeinschaft einzubrechen - verlor den dritten Satz deutlich. Für Rainer Hirk ein Hoffnungsschimmer, das Spiel jetzt nochmal drehen zu können. Der vierte Satz verlief knapp, zunächst schien alles offen, aber Oliver Kolbert nutzte seine 2:1 Führung, spielte einen Tick befreiter als sein Gegenüber und sicherte sich mit einem 3:1 Finalsieg über Rainer Hirk den Titel Wiener Meister Herren 2018.

WM2018AKD3Nachwuchstalent bei den Damen

Bei den Damen war die Siegerin ebenso unerwartet wie bei den Herren. Die erst 15-jährige Nachwuchsspielerin Nadine Kettler von den Naturfreunden Stadlau schafft die Sensation und kürt sich zur Wiener Meisterin im Damen Einzel. In der Gruppenphase musste sich die junge Spielerin aus Stadlau mit Platz zwei begnügen, hatte also bereits in der ersten K.O. Runde ein schweres Los.

Nadine Kettler hat bis dahin in ihrem ersten U18-Jahr bereits eine tolle Saison gespielt. Mit einer ausgeglichenen Bilanz nach den ersten Runden in der 2. Damenbundesliga zeigte sie eine deutliche Leistungssteigerung zum Vorjahr. Befreit aufspielend hatte sie dort bereits schon einige gute, erfahrende Spielerinnen geschlagen und machte sich natürlich auch bei den Wiener Meisterschaften Hoffnungen auf die ein oder andere Überraschung.

Im Halbfinale wartete die amtierende Wiener Meisterin Ivona Baskarad von der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig auf das junge Talent aus Stadlau. In bisher zwei Spielen hatte Nadine Kettler gegen Ivona Baskarad noch nie gewonnen, konnte sie aber bereits Anfang Oktober in der Bundesliga über fünf Sätze fordern. Diesmal sollte es nicht nur beim fordern bleiben - ihr risikoreiches Spiel mit schnellen, tischnahen und beidseitigen Angriffsbällen wurde belohnt. Mit einem Sieg in fünf Sätzen nach einem 1:2 Satzrückstand sicherte sich Nadine Kettler den Einzug in das Finale des Dameneinzels.

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Im Finale traf sie auf Anna Pfeffer vom Lehrersportverein. Bereits in der Gruppenphase hatte Anna Pfeffer klar mit 3:0 gewonnen. Überhaupt hatte sie vor dem Finale eine makellose Bilanz gegen die Nachwuchsspielern von den Naturfreunden Stadlau und ging als klare Favoritin in das Rennen um den Titel.

Doch wie so oft zeigte Nadine Kettler ihre mentale Stärke und spielte trotz der Ausgangslage befreit auf. Sie nahm in den passenden Momenten mehr Risiko, zeigte sich sowohl angriffslustiger als auch aktiver und ging immer wieder mit 1:0 und 2:1 in Sätzen in Führung. Anna Pfeffer hingegen spielte ihre ganze Routine aus, stellte immer wieder auf Satzgleichstand und erzwang einen fünften Satz.
Der verlief von Anfang an auf Messers Schneide ging sogar in die Verlängerung. Den Matchball bei 2:2 in Sätzen und 12:11 in Punkten ließ sich Nadine Kettler aber nicht nehmen und krönte sich damit zur Wiener Meisterin Damen 2018.

Ungefährdet zum Titel

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Eine klare Sache war hingegen das Herrendoppel. Das Bundesligadoppel Bernhard Stengel und Martin Schuster von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf spazierten förmlich durch die Doppelkonkurrenz. Ohne Satzverlust deklassierten sie ihre Gegner im Viertelfinale, genauso wie im anschließenden Halbfinale das Doppel bestehend Rainer Hirk und Andreas Kopriva von den Naturfreunden Stadlau.
Die vereinsübergreifende Paarung Albert Wilder und Daniel Dittrich, die zuvor im Halbfinale gegen Matthias Kral und Maximilian Sima, beide von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzerdorf, gewinnen konnten, sollten die Finalgegner des Bundesligadoppels sein. Doch auch sie hatten ihnen nichts entgegenzusetzen. Mit einem ebenso klaren 3:0 wie bereits in den Runden zuvor, ging der Wiener Meistertitel im Herrendoppel an Bernhard Stengel und Martin Schuster.

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In einer kleinen Runden setzte sich das Damendoppel mit Ivona Baskarad und Anna Pfeffer an die Spitze. Mit 3:0 und 3:1 gegen die anderen Doppelpaarungen sichern sie sich den Wiener Meistertitel im Damendoppel 2018, vor Daniela Magerle vom SV Polizei und Sophie Schuster vom Lehrersportverein auf Platz zwei und Milena Erak zusammen mit Tina Gerhardt, beide von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf, auf Platz drei.

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Auch im Mixed Doppel schlugen die beiden Siegerinnen aus dem Damendoppel Anna Pfeffer und Ivona Baskarad zu - diesmal als Konkurrentinnen. Nach einem klaren 3:0 im Viertel- und im Halbfinale mussten das Doppel der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig bestehend aus Ivona Baskarad und Manuel Fischer im Finale gegen Anna Pfeffer und Lukas Poscher, beide vom Lehrersportverein, zunächst einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Nach 0:1 Satzrückstand fanden die beiden Sportklub-Fötzersteiger aber besser in ihr Spiel. Nach einem knappen zweiten Satz gewannen sie Durchgang drei und vier deutlich und damit das Spiel mit 3:1. Damit sichert sich Ivona Baskarad an der Seite von Manuel Fischer ihren zweiten Doppeltitel bei den Wiener Meisterschaften 2018.

Große Spiele auch in den Nebenschauplätzen

In den Nebenbewerben bis 1500 und 1100 RC wurden die Favoriten ihrer Rolle gerecht. Im Bewerb bis 1500 RC sicherte sich der auf Nummer Eins gesetzt Oswin Ziegelbecker von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf den Titel. Mit 3:1 in Sätzen behielt er im Finale gegen den Verteidiger Laurin Groier, von der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig die Oberhand. Auf dem geteilten dritten Platz landeten die beiden Nachwuchsspieler der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig Stefan Zaric und Erik Seper.

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Auch im Bewerb bis 1100 RC stand am Ende die Nummer Eins der Setzliste ganz oben. Christian Ritter von den Naturfreunden Stadlau gewann im Finale 3:1 gegen Lukas Baumgartner von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf. Der geteilte dritte Rang ging an Christian Kautsky von der Spielgemeinschaft Sportklub-Flötzersteig und Eva Geineder von der Spielgemeinschaft Mariahilf-Langenzersdorf.


Fotos: Fritz Dauchner

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